Im November 2017 besuchte eine Gruppe griechischer Jugendlicher aus Thessaloniki das Adolf-Kolping-Berufskolleg in Horrem und führte dort mit einer Gruppe deutscher Schüler ein einwöchiges Radioprojekt durch.

Bei dem griechisch-deutschen Austausch handelt es sich um ein Pilotprojekt im Rahmen der Gründung des deutsch/griechischen Jugendwerks. Organisiert wurde der Austauschvon Filia e.V., einem Verein, der sich für eine Förderung der Städtepartnerschaft zwischen Köln und Thessaloniki einsetzt . Unterstützt wurde Filia e.V. dabei von „Arbeit und Leben NRW“ und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das für die Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks verantwortlich ist und daher dieses Pilotprojekt finanziell gefördert hat. Darüber hinaus gehören zu den weiteren Sponsoren die Stadt Köln, das Adolf-Kolping-Berufskolleg und die Medien-Werkstatt Rhein-Erft.

Ziel des Deutsch-Griechischen Jugendwerks ist es, interkulturelle Begegnungen zwischen jungen Griechen und Deutschen zu ermöglichen und zu fördern und wir waren froh, zu den Versuchskaninchen gehören zu dürfen, die das erste Projekt stemmen sollten

Am Sonntag den 19.11. erreichten die 10 Griechen nach einem langen Flug den Flughafen Düsseldorf. Von dort aus traten sie ihre Reise nach Köln, ins A&O Hostel, an. Vor Ort erfolgte eine generelle Einweisung, was die folgende Woche mit sich bringen wird.

Das erste Aufeinandertreffen, am Montag den 20.11., wurde mit Spielen vereinfacht, welche einen ersten Kontakt der unterschiedlichen Kulturen ermöglichte. Ab diesem Zeitpunkt fiel eine allgemeine Verständigung leicht, und die Griechen wurden mit unserer Schule bekannt gemacht. Ein Gemeinsames Mittagsessen lies spätestens jetzt die letzten Hemmungen fallen. Nach einem anstrengendem ersten Tag, voller neuer Eindrücke und Einblicke fuhren die Griechen in ihr Hostel, um sich auf einen neuen Tag vorzubereiten.

Unser Ziel war eine Herstellung eines Radioprojektes, welches sich mit den Perspektiven von griechisch/deutschen Jugendlichen befasst. Unterstützt wurde dies durch Frau Braun, der Medien-Werkstatt Bergheim, welche uns als Coach zur Verfügung stand.

Nach dem Eintreffen der Griechen am Adolf-Kolping-Berufskolleg fand eine kurze Einweisung in die Benutzung der technischen Geräten statt, die wir für Aufnahmen verwendeten. Daraufhin machten sich kleinere Gruppen von ungefähr vier Personen, bestehend aus Griechen und Deutschen, auf den Weg durch die Schule um Raumreportagen anzufertigen. Die Schüler sollten, nur mithilfe eines Aufnahmegeräts, einen beliebigen Raum beschreiben, ohne diesen konkret zu nennen. Dies hatte den Zweck, den Umgang mit den Geräten spielerisch zu lernen, aber hauptsächlich um eine Ausprägung der einzelnen Sinne hervorzuheben und zu verstärken. Danach erfolgte eine generelle Einweisung in den Umgang mit Schnittprogrammen.

Die erlernten Fähigkeiten wurden in den nächsten Tagen mit der Produktion der Rundfunksendung angewandt. Ein Teil war die Herstellung von Droppern, Interviews und weiteren Elementen. Ein Interview fand in einer griechischen Gemeinde in Köln mit zwei griechischen Gastarbeitern statt, welches unsere Schüler durchführten. Das Interview thematisierte die Fragen wie und warum die griechischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Mehr als das zeigte es den griechischen Austauschschülern wie ihrer Landsleute in Deutschland leben und was sie davon denken. Wir Schüler erlangten dadurch neue Eindrücke und lernten viel Neues über die griechischen Traditionen und Bräuche

Die aufgenommenen O-töne wurden im Studio der Medien-Werkstatt Rhein-Erft, welches uns als Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wurde, geschnitten und bearbeitet. Nebenbei erlangten wir viele neue Einblicke, da uns auch neue Methoden, wie ein modernes Tonstudio zur Verfügung standen.

Als wir die griechische Gemeinde erneut besuchten, hatten wir die Chance sie unter privateren Umständen kennenzulernen. Zur Begrüßung wurde ein typisch griechischer Tanz vorgeführt, an dem wir zu einem späteren Zeitpunkt auch teilnahmen. Infolge dessen tauschten wir uns über alltägliche Dinge aus und wurden eingeladen gemeinsam Abend zu essen.

Neben den Arbeiten an dem Radioprojekt, fand auch eine ausgiebige Freizeitgestaltung statt. Mit den griechischen Austauschschülern durchlebten wir ein Programm, um ihnen unsere Kultur näher zu bringen. Es begann mit der Besichtigung des Kölner Doms, den wir bis in den Glockenturm bestiegen. Fortgeführt wurde unsere Exkursion mit dem Besuch des EL-DE Hauses, einem NS-Dokumentationshaus. Dies war laut den Griechen sehr interessant und lehrreich, da dies ein tiefer Einblick in die deutsche Geschichte und Vergangenheit gewährt. Daraufhin wurden wir von dem Kölner Bürgermeister empfangen, welcher einen Willkommensrede für die Griechen hielt. Den Abend ließen wir gemeinsam im Brauhaus Früh ausklingen und unterhielten uns über die neu gewonnen Eindrücke des Tages. Nach einer produktiven und kräftezehrenden Woche, verbrachten wir einen letzten gemeinsamen Tag auf dem Kölner Hafen-Weihnachtsmarkt. Einen Tag später, den 26.11. flogen die Griechen wieder zurück nach Thessaloniki.

Zusammenfassend fanden alle Jugendlichen diese Woche sehr erlebnisreich, da sie viele neue Eindrücke gesammelt haben.

Laut befragten Jugendlichen kam es zu keinen Komplikationen oder Problemen sondern es wurden im Gegenteil viele neue Freunde dazugewonnen und sehr viel über das Leben der Anderen in Erfahrung gebracht. Alle haben Neues über die jeweilige andere Kultur gelernt und neue soziale Kompetenzen gesammelt.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit unseren griechischen Freunden in Thessaloniki! Yassas!

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